Hannibal (StudioCanal)

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Schon kurz nach der Ausstrahlung der ersten Folgen wurde der Beschluss gefasst, der Serie HANNIBAL eine zweite Staffel zu spendieren. Worum es in HANNIBAL geht? Alles dreht sich um die Figur von Dr. Hannibal Lecter, dem kannibalischen Serienmörder aus „Das Schweigen der Lämmer“. Dort von Sir Anthony Hopkins dargestellt, übernimmt hier Mads Mikkelsen diesen Part. Mit seiner nahezu steinernen Mimik kann er die Rolle absolut überzeugend darstellen, man nimmt ihn den stets selbst beherrschten Psychater vollends ab. Die Geschichte erzählt die Vorgeschichte zum Film „Roter Drache“.

Das FBI bittet Will Graham (Hugh Dancy), als Sonderermittler bei der Jagd auf Serienmörder zu arbeiten. Graham hat die Fähigkeit, sich beim Anblick eines Mordopfers und des Tatorts in den Täter hineinzuversetzen und dadurch die Tat meist absolut korrekt zu rekonstruieren. Diese Fähigkeit mag dem FBI sicherlich hilfreich sein, für Graham bedeutet sie aber eine stetige Belastung der Psyche. Wills Vorgesetzter Jack Crawford (Laurence Fishburn) schickt diesen nicht nur zu einer Psychologin (Caroline Dhavernas), sondern stellt ihm auch den Psychater Dr. Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) zur Seite, um ihn zu unterstützen. Doch Grahams Psyche ist arg angeschlagen von seiner Tätigkeit für das FBI, und als er dann auch noch einen Serienmörder dabei erschießt, um zu verhindern, dass der seine Tochter Abigail Hobbs (Kacey Rohl) umbringt, fühlt er sich für diese verantwortlich, obgleich er schon bald ahnt, dass Abigail keinesfalls so unschuldig ist, wie sie tut, sondern mutmaßlich ihren Vater dabei unterstützt hat, neue Opfer anzulocken.

Während Lecter jetzt beginnt, Morde zu begehen, die wie das Werk anderer Serienmörder aussehen, flüstert er Graham nach und nach ein, dass der seine Arbeit besser belassen sollte, um sich nicht weiter zu belasten.

HANNIBAL ist schauerlich, gnadenlos und explizit. Die FSK-18-Freigabe ist absolut gerechtfertigt. Dazu kommt, dass, entgegen vieler anderer Serien, die eine FSK-18-Freigabe haben, hier keinerlei humoristische Elemente auf den Zuschauer warten, man quasi keine Gelegenheit hat, sich zu entspannen. HANNIBAL ist, wie soll ich es sagen, in gewisser Weise stressend. Man möchte sehen, wie es weiter geht, weiß aber ganz genau, dass das, was da auf einen wartet, alles andere als erfreulich sein wird, sondern wahrscheinlich nur noch tiefer in die Abgründe der menschlichen Psyche führen dürfte. Interessant dabei ist, dass man ab der Hälfte der Staffel den Härtegrad ein wenig zurückgeschraubt hat und die Folgen 9-13 eine FSK-16-Freigabe erhalten haben. Der Qualität der Serie tut dies indes absolut keinen Abbruch.

HANNIBAL dreht sich zwar auch um einen Serienkiller, ist aber bei weitem nicht so amüsant wie beispielsweise „Dexter“. Hier will man nicht unterhalten, sondern das Wort „Thriller“ deutlich unterstreichen. Erschreckend, aber auch erschreckend gut, und damit absolut empfehlenswert, zumindest solange, wie man nicht sonderlich zart besaitet ist. Das, was es hier fürs Auge gibt und noch viel schlimmer das, was hier NICHT gezeigt wird, kann schon ganz schön belastend sein.

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