Ready, Set, Fall – Memento (Lifeforce Records)

ready set fall memento„Ach oh weh, was ist das denn!“, waren meine ersten Gedanken, als ich den Namen READY SET FALL! Hörte. Das klang für mich, nach eine dieser vielen 0815-Metalcore Bands aus Amerika, die eine EP raus bringen und dann ganz schnell wieder weg vom Fenster sind. Doch weit gefehlt. „Memento“, heißt die Debut-LP der Melo-Death-Metaller aus Italien, umfasst satte 11 Songs und ist Energiegeladen und gut durchdacht bis fast zum Schluss. Warum nur fasst, dazu kommen wir später.

Ein Intro in dem Album ist Fehlanzeige. Ein kurzes Fill-In und schon geht’s mit heftigem Moshgeriffe und weiteren Overskill-Fill-Ins weiter , oder mit anderen Worten, der Opener „Deceiving Lights“ haut ordentlich rein, besänftigt wie nach Lehrbuch geschrieben, zu erst die, die es härter mögen, und im Anschluss was für die weibliche Fraktion der Melo-Death-Fans. Das Zauberwort auf der Platte heißt auch hier: Cleangesang! In so gut wie jedem Song enthalten, bringt der Cleane Gesang auf der Platte ordentlich was rüber. Christopher Volpi, seines Zeichens Sänger der Italo-Mosh Kapelle, hat eine sehr eigene, glassklare Stimme, die es schafft, Leidenschaft an dem auszudrücken was eine Band auszeichnen sollte. Und keine Stimme die Leiden schafft, man beachte das Wortspiel, weil sie klingt, wie ein Emotionsloser Wannabecore Frontmann.

Das Album ist durchweg super produziert, klasse Gitarrenriffs die meist bis zur Perfektion ausgereizt wurden, wie bereits erwähnt spitzen Vocals, was auch auf die Gutturalen Parts zutrifft und der Drummer versteht sein Handwerk. Kleiner Anspieltipp meiner Seite: „Buried Alive“. MEMENTO lässt soweit kein Grund zum meckern bis auf den Song „Tidal Waves Could Save The World“, womit wir nun zu meinem Anfänglich angesprochenen Kritikpunkt kommen. Den hätte sich die Band nämlich meiner Meinung nach sparen können. Der Song wirkt allen anderen Komplett entgegen und macht das Kaputt was 10 Songs zuvor, mit mühseliger Kleinstarbeit aufgebaut wurde. „Tidal Waves Could Save The World“ ist ironischerweise auch der letzte Track auf der LP und schließt diese, leider Gottes unwürdig ab. Aber das soll der sonst durchweg gut gelungenen Scheibe keinen Abbruch bringen.

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