Frau Ella (Warner Home Video)

frau_ellaIch kann im Vorfeld schon eine gewisse Entwarnung an alle geben, die bei FRAU ELLA sofort aufhören, weiterzulesen, sobald sie bei „Matthias Schweighöfer“ angelangt sind: bei diesem Film handelt es sich nicht um diese absolut typischen Deutsch-Komödien, wie sie in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. FRAU ELLA ist mehr, der Film ist etwas intelligenter, weniger oberflächlich, und eigentlich auch eher eine Tragikomödie. Das Schauspieler-Gespann Schweighöfer, Kubitschek und Diehl, die den Film fast im Alleingang stemmen, passt einfach perfekt zusammen. Was es sonst noch so darüber zu erfahren gibt, erfahrt ihr in unserer Rezension.

Sascha (Matthias Schweighöfer) erfährt von seiner Freundin Nina (Anna Bederke), dass er Vater wird. Mit der Situation überfordert, baut er daraufhin einen Autounfall und kommt ins Krankenhaus. Dort landet er wegen eines Wasserschadens mit Frau Ella (Ruth-Maria Kubitschek) zusammen auf einem Zimmer, einer alten Frau, die am Auge operiert werden soll. Sascha, der mal als Arzt gearbeitet hat, wegen eines Fehlers, bei dem ein Patient verstorben ist, allerdings den Beruf aufgegeben hat, prüft ihre Unterlagen und rät ihr von einer OP ab. Als er am nächsten Morgen feststellt, dass Frau Ella von Seiten der Ärzte beeinflusst wurde, der Operation nun doch noch zuzustimmen, entführt er sie kurzerhand und bringt sie in seine Wohnung, wo auch wenig später sein bester Freund Klaus (August Diehl) eintrifft. Frau Ella will Sascha nun ebenfalls vor einem schlimmen Fehler bewahren (nämlich, sich von seiner Nina wegen des Babys zu trennen), und erzählt von ihrer großen, aber unglücklichen Jugendliebe, der sie damals verlassen musste. Sascha ist von der Geschichte gerührt, stellt ein paar Nachforschungen an, und schon ist das Dreiergespann in einem Mercedes Kabrio unterwegs nach Paris, um dort Ellas große Liebe zu finden…

Wer hier große Lacher erwartet, wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Immer mal wieder gibt es zwar ein paar Situationen, in denen man schmunzeln muss, ansonsten ist dies aber eher eine anrührende Geschichte, die nicht nur davon erzählt, wie unterschiedliche Generationen voneinander lernen können, sondern auch, dass es eigentlich egal ist, wann man geboren wurde: das wichtigste Gut im Leben ist die Liebe.

Um nicht allzu weit vorgreifen zu wollen, sei lediglich noch erwähnt, dass der Film gerade zum Ende, in den letzten paar Minuten, seine wahre Stärken auffährt, und man erst dann merkt, wie doll einem die einzelnen Figuren, insbesondere die nette, alte Dame, in der vergangenen Stunde ans Herz gewachsen sind.

Auch, wenn FRAU ELLA kein ganz großes Kino ist, so merkt man doch ganz klar die Botschaft des Films und auch, dass die Beteiligten sehr viel Herzblut in ihre Arbeit gelegt haben. FRAU ELLA ist einer dieser Filme, die man perfekt Sonntag abends anschaut: ein besinnlicher Wochenausklang mit Herz.

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