The Word Alive – Real (Fearless Records)

The-Word-Alive-REAL-coverTHE WORD ALIVE ist wahrlich eine der spannendsten Bands, die ich die letzten Jahre so erlebt habe. Gegründet im Jahr 2008 von Craig Mabbit (BlessTheFall, Escape The Fate), also einer echten Metalcore-Genre-Größe, nennen sie inzwischen einen neuen Sänger ihr Eigen und hatten auch schon ordentlich Verschleiß an der Schießbude (nämlich 2 ex-Drummer) und haben auch einen Ex-Bassisten und einen Ex-Keyboarder. Nicht unbedingt die fröhlichste Bandhistorie, wäre da nun nicht YouTube-Star Luke Holland am Schlagzeug, der durch seine Drumcover auf YouTube schon längere Zeit sein Können unter Beweis stellte und seit 2012 bei THE WORD ALIVE ein absolutes Brett aus seinen Sticks knüppelt.


Ein Fan von den letzten Alben, Songs, etc. war ich ehrlich gesagt nicht so wirklich. Zu billig gedacht, zu weit von meinem eigentlichen Geschmack entfernt (was man in dem Fall ja maximal mir vorhalten kann) und einfach nicht packend. Umso erstaunter war ich nach dem ersten Song auf „Real“: „Play The Victim“. Die Band scheint nur noch wenig der auf den Vorgänger-Alben zu entsprechen. Erkennbare, ausgereifte Strukturen, geile Ideen und immer mal wieder was neues zwischen den Zeilen. Und das was „Play The Victim“ anfängt, zieht sich bis zu „Collapsing“ durch, dem Schlusslicht der LP.

THE WORD ALIVE haben es geschafft, dem Metalcore-Einheitsbrei zu entkommen und ihre eigene Schiene zu fahren. Einzig und allein die wohl großartig angepriesene Hymne „Lighthouse“ sagt mir nicht wirklich zu. Nach spätestens dem dritten Mal hören, ist dies einer der nervigsten Songs des Jahres und es graut mir jetzt schon davor, sollte ich die Jungs, wenn sich der Zufall ergibt, mal live sehen.
Von der produktionstechnischen Seite her ein top produziertes Album mit einem Soundbrett der Spitzenklasse. Einzig und allein der cleane Gesang klingt an manchen Stellen nach etwas zu viel Autotune und Konsorten, aber das macht den Braten jetzt auch nicht fett.

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