Gangster Chronicles (Universum Film)

Gangster ChroniclesGANGSTER CHRONICLES ist nicht nur der Versuch, einen Episodenfilm der Marke Pulp Fiction zu drehen, sondern zudem auch einer der letzten Filme von Paul Walker. Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist ein Pfandleiher, bei dem alle, die hier mit Episoden versehen sind, früher oder später auftauchen. Dabei ist Regisseur Wayne Kramer quasi nichts heilig, und er stattet hier mehreren Genres einen kurzen Besuch ab.
Ein todsicheres Ding! So wird der Überfall auf einen Meth-Dealer im Vorfeld dargestellt. Natürlich kreativ maskiert stürmt man das Gebäude, aber dann gerät der Plan in Schieflage.

Bei einem jungen Ehepaar gehen die Flitterwochen auch voll in die Hose, denn plötzlich will Ehemann Richard (Matt Dillon) seine Frau nicht mehr sehen und entschuldigt sich spontan bei ihr. Ein Ring, den er im Pfandhaus gefunden hat, hat eine alte Wunde aufgerissen, und dieser Spur muss er nachgehen.

Ein völlig miserabler Elvis-Imitator (Brendan Fraser) ist mit seiner Show unterwegs, doch nichts will ihm gelingen. Dann trifft er Crossroads-alike den Teufel und geht einen Packt mit ihm ein. Fortan klappen seine Auftritte perfekt, und das Publikum liegt ihm zu Füßen. Doch wo kommen plötzlich diese in die amerikanische Flagge eingehüllten Mädchen her, die anscheinend sonst nichts tragen und auch insgesamt etwas verwahrlost aussehen?!?

In weiteren Rollen sind u.a. wie gesagt Paul Walker oder Eliah Wood zu sehen. Letzterer spielt erneut eine Rolle, mit der er verzweifelt sein Frodo-Image loszuwerden versucht, aber irgendwie verrennt er sich da gerade, denn nun spielt er zum wiederholten Male seine Sin City-Rolle (schon auch schon im Remake von Maniac hat er ähnlich agiert).

Die Vorbilder von GANGSTER CHRONICLES sind klar erkennbar, deren Klasse wird allerdings leider nicht erreicht. Das macht den Film nicht wirklich schlecht, denn auch hier hat man regelmäßig ein Schmunzeln im Gesicht und kann witzigen, leicht wirren Dialogen folgen, lediglich der Gedanke „das geht auch besser“ schwirrt irgendwo im Kopf umher.

Wer auf diesen ganzen Episoden-Kram steht, der ist hier sicherlich gut aufgehoben, auch wenn der Film nicht über die gesamte Länge voll überzeugen kann. Witzig ist dennoch, wie letzten Endes alle Teile irgendwie ineinander greifen und dadurch doch locker miteinander verbunden sind. Nett gemacht, cool gemeint, aber nur semi-cool gelungen.

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