Deadlock – The Re-Arrival (Lifeforce Records)

deadlock_rearrivalEs war im Jahr 2002 als die damals nicht sonderlich bekannten Deadlock mit Ihrem Debüt-Album „The Arrival“ auf sich aufmerksam machten. Immer noch voll dabei, ist das sicherlich Grund genug, die letzten Jahre einmal Revue passieren zu lassen – wie geht das nach mittlerweile sechs Studioalben besser als mit einem BestOf? Gesagt, getan! Die aus zwei CDs bestehende Collection wurde dann auch kurzerhand „The Re-Arrival“ getauft – die Wiederankunft also, ich jedenfalls bin gespannt.

Auf Scheibe Nummer eins befinden sich 15 Songs, hiervon sind drei bislang unveröffentlicht. Die übrigen Songs sind zwar nicht neu, teilweise aber neu eingespielt und neu abgemischt. Los geht es mit dem Opener „An Ocean´s Monument“. Der neue Song stellt insgesamt keine Überraschung dar und er erfüllt meine Erwartungen, aber eben auch nicht viel mehr. Sabines gewohnt gefühlvoller Gesang gibt dem Song die nötige Menge Deadlock-Pathos. Die orchestralen Samples sind allerdings für meinen Geschmack ein bisschen zu viel. Weiter geht es mit den älteren Songs „Code Of Honor“ (Wolves, 2007), „Earthlings” (Bizarro World, 2011), „The Brave / Agony Applause” (Manifesto, 2008), “Dark Cell” (Wolves, 2007) und “Virus Jones”(Bizarro World, 2011).

Besonders herausheben möchte ich neben den gewohnt mitreißenden Melodien und weiblichen Gesangseinlagen den Song “Code of Honor”. Denn niemand geringerer als Markus Bischoff – seines Zeichens Shouter von Heaven Shall Burn – gibt sich in diesem Remake die Ehre. Sein stimmliches Charisma verleiht dem Song zusätzliche Gewalt und wertet den Solopart des Stücks noch weiter auf. „A New Era“, wiederum ein neuer Song, beginnt mit Sandras cleanem Gesang und versprüht eine ordentliche Portion Emotion – mich erinnert dieser Song unweigerlich an Songs der Band All Ends. Sicherlich kein schlecht gemachter Song, jeden Tag könnte ich mir diesen allerdings auch nicht anhören, da mir doch die Variabilität fehlt und somit kein Potential zum Metalspätsommerhit hat. Daran vermag auch Johns gekonntes Gegrowle nichts ändern, das sich mit Sabines Klargesang abwechselt. Der Song verliert leider zu schnell an Spannung und ich meine Neugier.

Weiter geht es mit neuarrangierten Klassikern wie beispielsweise „Renegade“ (Bizarro World, 2011) oder „Martyr to Science“ (Manifesto, 2008). Die erste Scheibe endet mit dem neuen Song „The Arsenic River“. Nett gemacht, beginnt mit einem netten Rhythmus, bei dem man mit muss, birgt aber auch keine unerwarteten Überraschungen – leider.

Die zweite CD hat im Streifzug durch Deadlocks Geschichte sicherlich ihre Berechtigung und stellt für Sammler bestimmt ein Schmankerl dar. Für mich allerdings ist der zweite Teil des BestOfs überflüssig und nicht kaufentscheidend. Die ersten sechs Songs stammen vom Insist Demo Tape aus 1998. Für ein Demo Tape zwar mit einer beachtlichen Qualität, aber auch kein Material, was ich mir mehr als einmal anhören würde. Weiter geht es mit ausgewählten Songs der selbstbetitelten 7´´ Scheibe, einigen EP-Auskopplungen und einer bislang unveröffentlichten Version von „Awakened by Sirens“ (Earth.Revolt, 2005).

Einen Abschluss findet die Compilation mit einer japanischen Version des Songs Earthlings (Bizarro World, 2011), der wiederum hauptsächlich für Sammler interessant sein dürfte. Man mag es vielleicht schon zwischen den Zeilen gelesen haben. Für mich ist das neue BestOfAlbum von Deadlock insgesamt kein Pressling, der dringend im CD-Regal stehen muss und für mich eher den Nice-to-have-Status einnimmt. Für eingefleischte Fans und Sammler allerdings, ist die Compilation eine sicherlich lohnende Reise durch die Deadlocks Geschichte – manchmal ist es schließlich ganz gut zu wissen, wo eine Band musikalisch einmal gestartet ist. Eine beachtliche Entwicklung hat Deadlock nämlich in jedem Fall hingelegt.

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