Smile And Burn – Action Action

Smile And Burn - Action Action

Smile And Burn sind gut drauf. Die 5 Berliner legen mit „Action Action“ ein neues Album auf den Tisch und unverkrampfte Spielfreude an den Tag. 12 Songs wie aus dem Ärmel geschüttelt. Die Energie und Unmittelbarkeit ihrer Konzerte konnten sie einfangen und so riecht man die Bierdusche quasi schon aus den Boxen.

Apropos: „Action Action“ hat nicht zu schüchtern an der Songwritingpulle genippt und damit einen großen Schritt gemacht! Das Album kommt ziemlich eingängig und bunt daher. Die Spannbreite zwischen kratzigen Up-Tempo Refrains („Assholes on Parade“) und melancholisch-balladesken Zeilen („Stay Awhile, Stay Forever“) ist groß. Und doch passt hier alles zusammen. Kein Song ein Fremdkörper. Was der Grund sein mag, warum das Album auf halber Strecke so seine Längen hat. Man droht hier und da abzuschweifen.

Deutscher Punkrock auf Englisch muss sich 2014 eigentlich nicht mehr mit den Beatsteaks messen – die sind längst in anderen Sphären unterwegs. Trotzdem strahlen Smile And Burn auf „Action Action“ zeitweise eine ähnliche Lässigkeit aus. Ob die fröhlichen Strophen in „Nightcaps“ oder „Stay Awhile, Stay Forever“ – Arnim hätte es so ähnlich gesungen. Die Donots hingegen müssten sich vor Songs wie „Expectations“ warm anziehen. Gäbe es da nicht den Schulterschluss in Form eines Gastauftritts im gleichnamigen Opener von „Action Action“. Gitarrist Guido böllkt in alter Knollmann-Manier.

Klar, es gibt Punkrock-Bands wie Sand am Meer der Californischen Küste. Die Innovation hat es hier schon immer schwer nicht zu kentern. Viele Bands klingen gleich, wenige sind wirklich gut. Smile And Burn schwimmen auch in diesem Gewässer, sie haben aber ein gemütliches Schlauchboot und einige Cocktails an Bord! Von Schiffsbruch kann also nicht die Rede sein. Und das schönste? Es riecht hier nicht nach Mainsteam, sondern nach engen Clubs mit Freunden, die sich in den Armen liegen und die vielen „Finger in die Luft“-Refrains mitsingen. Emo-Punkrock-Songs mit Tempo, unverkrampft, direkt und abwechslungsreich. Und jetzt Schluss mit „Getting High On A Tweet Or A Regram“ („Roman Is Having An Okay Day“), raus auf die Straße und aufdrehen!

PS: Das Artwork zu „Action Action“ ist ein Kunstwerk. Völlig zu Recht gab es für die Fotos von Max Threlfall eine eigene, kleine Vernissage mit Pre-Listening!

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