Audrey Horne – Pure Heavy (Napalm Records)

Audrey Horne

So richtig kann ich es nicht glauben. Das soll Audrey Horne sein? Da hatte ich nach „Youngblood“ und besonders nach dem Evergreen „Redemption Blues“ aber etwas anderes erwartet. In diesem Fall ist es aber gar nicht schlimm, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Denn obwohl mir die Songs eigentlich zu weich gespült sind, macht die neue Scheibe der Norweger einfach Laune. Trotz Weichspülgang wirkt das simple Songwriting nämlich – Ohrwurminfektion garantiert.


Es verwundert deswegen übrigens auch nicht, dass „Pure Heavy“ direkt mal auf Platz 90 der deutschen Album Charts eingestiegen ist – ein Erfolg für die Band, der nach diversen Musikpreisen und dem grandiosen Vorgängeralbum aber auch nicht weiter überrascht. Das mittlerweile fünfte Album der aus Bergen stammenden Hard Rocker hat elf supereingängige Songs, deren Refrains eindeutig zum Mitsingen animieren und wahrscheinlich auch gedacht sind. Ich habe mich selbst nach einer Dusche dabei ertappt, wie nur mit einem Handtuch bekleidet und mit nassen Haaren bei „Out of the city“ mitgesungen habe. Ein Stück weit erschreckend für mich, allerdings ein gutes Zeichen für die Scheibe. Und übrigens: das hätte überwiegend auch bei den restlichen Songs funktioniert. Lediglich die Ballade „Diamonds“ fällt ein wenig aus dem Gesamtkonzept heraus, was allerdings nichts daran ändert, dass Audrey Horne ein tolles Album an den Start gebracht haben, was Spaß macht – zumindest für den Moment.

Denn eine latente Gefahr besteht, wenn man ein Album mit einer so hohen Ohrwurmdichte auf den Markt wirft. Die Songs sind nämlich tatsächlich einfach strukturiert und trotz des Grooves darf man große Überraschungen also nicht erwarten. So kann es leider ganz schnell passieren, dass sich die Songs in kurzer Zeit abnudeln und das Album langweilig wird.

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