The Rover (Universum Film/Senator Home Entertainment)

the_roverFilme, in denen Guy Pearce mitspielt, bin ich grundsätzlich vorab schon immer wohl gesonnen. Dass hier zudem auch noch Robert Pattinson im Cast auftaucht, und diesmal keine Glitzerhaut im Sonnenlicht zeigen muss, ist ebenfalls erfreulich, denn grundsätzlich mag ich Pattinson als Schauspieler. THE ROVER ist zudem der Eröffnungsfilm des diesjährigen Fantasy Filmfests gewesen, eine Veranstaltung, auf der eigentlich auch grundsätzlich eher interessante Filme laufen. Dass THE ROVER obendrein noch ein Endzeit-Szenario zeigt, in dem keine Zombies herumlaufen, ist das letzte, was ich im Vorfeld als Pluspunkt anbringen will.

In THE ROVER wird uns nicht erzählt, wie es genau zum Zusammenbruch sämtlicher Systeme kommen konnte. Wir werden einfach in eine Welt (besser gesagt: nach Australien) gesetzt, in der es nur noch das Recht des Stärkeren gibt, auch wenn immer noch Polizei existiert. Die ist aber skrupellos und nimmt das Gesetz komplett selbst in die Hand.
Hier wird hemmungslos getauscht und gehandelt, und wer etwas besitzt, der muss darauf aufpassen. Eric (Guy Pearce) sitzt gerade in einer Bar, als eine Gruppe Räuber direkt vor der Bar während einer Flucht ihr Auto festfahren. Kurzerhand stehlen sie einen vor der Bar geparkten Rover: Erics Auto. Das will sich der nicht gefallen lassen, und nimmt die Verfolgung auf. Nach kurzer Zeit hat er das Banditen-Auto freibekommen und folgt seinem Rover…

Ab hier ist der Rest eigentlich schnell erzählt: Eric will sein Auto zurück, und dafür riskiert er alles. Unterwegs trifft er auf Rey, der zur Verbrecherbande dazu gehört, von Ihnen aber zurückgelassen wurde, da er angeschossen war und nicht schnell genug die Flucht antreten konnte. Gemeinsam machen sich die beiden Männer auf den Weg, und dabei fassen sie immer mehr Vertrauen zueinander.

Die Welt nach dem Zusammenbruch wird ziemlich glaubwürdig dargestellt, die Reaktion von Eric auf den Diebstahl seines Autos wirkt auf den Zuschauer dabei aber zunächst etwas befremdlich. Seine verschlossene Art lässt schon bald darauf schließen, dass er mit dem Auto etwas ganz bestimmtes verbindet und nicht nur auf sein Besitztumsrecht pochen will. Dabei scheint es ihm egal zu sein, ob er bei seiner Mission stirbt oder nicht. Er ist ein Einzelgänger, und er hat nichts mehr zu verlieren. Zwischendurch gelangt man zu dem Glauben, dass dies sich durch Rey ändern könnte. Die tatsächliche Auflösung, warum Eric nun unbedingt sein Auto wiederhaben möchte, ist dabei ziemlich erschütternd und ergreifend zugleich.

THE ROVER ist eine gelungene Abwechslung zu den zuletzt gesehenen Endzeit-Filmen. Ein wenig Mad Max, aber ohne irgendwelche Irren, die mit angespitzten Zähnen durch die Welt streifen und Unschuldige terrorisieren. Leider hat der Film zwischendurch ein paar Längen, die das Gesamtvergnügen ein wenig trüben, alles in allem rettet sich THE ROVER aber nicht zuletzt wegen seiner grandiosen Besetzung auf eine Note, die klar über dem Durchschnitt liegt.

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