Usurpress – Ordained (Doomentia Records)

Usurpress-Ordained

Usurpress? Uppsala! Noch nie vorher von der Band gehört. Aber Uppsala, davon habe ich sehr wohl schon mal gehört und genau dort haben die Jungs auch ihr musikalisches Quartier aufgeschlagen. Für die geografisch Unbewanderten unter Euch, Uppsala liegt in Schweden. Eine geniale Überleitung, wie zumindest ich finde, denn mein erster Eindruck ist: alter, garstiger Swedish Death Metal mit progressivem Touch.
Nach notwendiger Recherche habe ich aber rausgefunden, dass das skandinavische Quartett den eigenen Musikstil mit „Death crust“ bezeichnet. Das ist nun wieder eine musikalische Schublade, die es in meinem Repertoire bislang nicht gab.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich musikalische Schubladen ohnehin nicht sonderlich mag, sondern Vergleiche zu anderen Bands bevorzuge, was mir dieses Mal zugegebenermaßen ein wenig schwer fällt. Seit 2010 sind die Schweden mit Usurpress musikalisch unterwegs und „Ordained“ ist mittlerweile das zweite Album mit insgesamt zwölf Songs. Lange Rede, kurzer Sinn. Kommen wir zum ersten Eindruck, den ich von der Scheibe habe. Geht solide nach vorne und es sind zahlreiche progressive Songelemente zu hören. In jedem Fall, ein spannendes Album, dem ich sehr gerne lausche. Spannend deshalb, weil es in jedem Song etwas zu entdecken gibt und das auch nach mehrmaligem Anhören.

Meine Highlights sind übrigens die beiden Songs „Insignia of Illumination“ und „Fan the Flames of Madness“. Ersterer besteht im Prinzip nur aus einem Riff. Klingt erstmal langweilig. Das ist es allerdings keineswegs, denn das Riff ist einfach geil, stampft und es gibt ordentlich auf die Glocke. Genau das gleiche gilt auch für meinen zweiten Favoriten, der zwar langsamer ist, aber großartig verspielt und ein wenig komplexer ist. In meinen Ohren eine wahre Schatzkiste.

Auf der Scheibe befinden sich außerdem einige eher ruhige und kurze Stücke. Eines an Position Nummer drei mit dem Titel „The Undeification“, das andere heißt „Lóthlorien“ und ist ein Cover des Keyboarders Bo Hansson, der in den 1970ern die „Herr der Ringe“-Trilogie fulminant vertonte (Anm. d. Red.: Ja, auch ich musste Wikipedia bemühen ).
Beide Stücke, ebenso wie das Outro, haben übrigens gemein, dass sie mich witzigerweise an den PC-Evergreen Diabolo II erinnern. Die Hintergrundmusik, die im Spiel läuft, während man bei diversen Krämern vorbeischaut und seine Einkäufe erledigt. Man bekommt es also durchaus mit Klängen zu tun, die eine Atmosphäre aufzubauen wissen und in gewisser Weise mitreißen.

Wenn Ihr nun also gespannt seid und auch Ihr Euch auf eine musikalische Entdeckungsreise begeben wollt, dann kann ich Euch „Ordained“ nur ans Herz legen. Für mich war es jedenfalls ein Stück weit Neuland und ich bereue es nicht, dieses betreten zu haben.

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