Entrench – Violent Procreation (War Anthem Records)

Entrench

Ich hätte da mal eine Frage, die in der Musikgeschichte schon einmal gestellt wurde und für kontroverse Diskussionen auf Festivals geführt hat: „Habt Ihr Bock euch gegenseitig umzubringen?“ Die einen fanden es geil, die anderen provokativ und unnötig. Wie dem auch sei, diese Anekdote ging mir gleich durch den Kopf als ich den ersten Song der neuen Entrench Scheibe anspielte. Das gute Stück wird „Violent Procreation“ heißen und macht von Beginn an alles, nur keine Gefangenen.

 

In meinen Kopf tauchen Bilder auf von Locken-Vokuhilas, weißen, hohen Basketballstiefeln, hellblauen Jeanswesten, hautengen Hosen und Bierbechern, die natürlich noch mindestens halb voll von hinten in Richtung Bühne geschleudert werden. By the way: Idioten ;-). Vor der Stage kann man schon von Weitem eine Staubwolke sehen. Schaut man sich das als Nicht-Szenekenner aus nächster Nähe an, kann man schon den Eindruck gewinnen, das Publikum hätte die eingangs gestellte Frage mit einem klaren „Ja!“ beantwortet. Wir wissen natürlich, dass es sich dabei um einem schnöden Moshpit, nicht aber um eine gewalttätige Auseinandersetzung handelt und keiner nach dem Leben des anderen trachtet. Dennoch! Genau zu diesem Szenario passt die musikalische Gangart des schwedischen Tripels und es ist ein Fest dieser Musik zu lauschen.
So fetzen Euch neun energiegeladene Songs um die Ohren, die an trashiger Rohheit fast nicht zu überbieten sind. Pause gibt es auf dem dritten Album der Schweden jedenfalls nicht. Voll auf die Glocke. Knappe 50 Minuten. Man mag zwar kritisieren, dass sich die einzelnen Songs sehr ähneln. Aber mal ehrlich, wer Trash hört, wird sicherlich nur in den seltensten Fällen auf der Suche nach musikalischer Abwechslung sein. Deswegen: Argument widerlegt, klare Kaufempfehlung. Für mich jedenfalls ein geiles Teil und jetzt muss ich auch Schluss machen, ich habe es eilig. Hab da nämlich einen Termin. Im Moshpit.

P.S. Im September 2014 verstarb der Drummer der Band, Viktor Holmström. Splitted.de und meine Wenigkeit sprechen den Angehörigen, seinen Freunden und seiner Band unsere tiefe Anteilnahme aus. Danke Viktor, Requiescat in pace.

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