Virtue Concept – Blaze (Swell Creek Records)

Virtue Concept

Receiver an. Subwoofer angeschaltet und gleich wallt ein fetter Bass durch mein Wohnzimmer. Wie damals als das allseits bekannte Album „Demanufacture“ bei mir rauf und runter lief. Das Evergreen-Album mit dem ich meine Eltern zur Weißglut trieb. Wer erinnert sich nicht mit Freude an die ungewöhnlich abgehackten, technischen und druckvollen Riffs? Heute beschweren sich bestenfalls meine Nachbarn, denn genau in diese Kerbe schlägt „Blaze“ das zweite Studioalbum der Band Virtue Concept.

Hier das vollständige Rezept: Man nehme ein wenig FearFactory und ergänze mit einer Idee Machine Head. Hinzu kommen einige Breakdowns, hier und da streue man das eine oder andere Sample ein und abschließend gibt es eine bedächtige Prise Core als Topping.

Würde man übrigens die deutlichen Einflüsse der beiden genannten Bands weglassen, so würde leider auch nur eine Rezeptur übrig bleiben, an der sich mittlerweile zahlreiche Bands gütlich getan haben. Nicht unerwartet bleibt deswegen nach langem probieren ein schaler und eintöniger Beigeschmack. Schade, wie ich finde, denn die fünf Regensburger haben mit „Blaze“ eine Scheibe mit zehn Songs am Start, die technisch einwandfrei produziert ist und keine Wünsche offen lässt. Die Jungs verstehen Ihr Handwerk: Die Growls sitzen, die Basedrum drückt, , der Bass wummert und die Riffs klingen als hätte Dino Cazares sie höchst selbst eingespielt.

Macht schon Spaß, doch das einzige, was mir fehlt, ist Eigenständigkeit und der Mut anders zu klingen als der schnöde Durchschnitt. Das hätten die ambitionierten Bayern, und da bin ich mir sicher, problemlos schaffen können.

Schreibe einen Kommentar