Obscurity – Vintar (Trollzorn Records)

Obscurity – VintarAufsitzen, los geht’s. Das Pferd galoppiert auch ohne Anstalten zu machen direkt mit mir ins Getümmel der Schlacht. Das Schwert bereits aus der Scheide gezogen, machst Du Dich daran, Deine Feinde niederzumetzeln und Deine Ahnen zu verteidigen. Einen passenden Soundtrack liefern die schon seit 1997 aktiven Mannen von Obscurity mit Ihrem neuen Album „Vintar“, der sogleich die nahende Jahreszeit ankündigt (Vintar, altd. Winter). Eines jedoch vorweg, die Jungs verstehen Ihr Handwerk.

 

Alles andere hätte mich nach einer fast 20-jährigen Bandkarriere auch schwer verwunde(r)t. Der Sound sitzt, die Produktion lässt keine Wünsche offen, das Artwork ist fantastisch und die SocialMedia-Kanäle feuern aus allen Rohren. Der Opener „Schicksal der Götter“ geht auch gleich in die Vollen. Der Song beginnt ungezähmt und nahezu unkontrollierbar. Agalaz variabler Gesang weiß von der ersten Sekunde an zu überzeugen und baut eine beachtliche Kulisse auf. Je weiter ich auf „Vintar“ allerdings voranschreite desto eher fällt mir eines auf. Die Songstrukturen ähneln sich sehr stark, die einzelnen Stücke sind deutlich Refrain getrieben. Das Element der zwei Stimmen wird in meinen Augen leider überstrapaziert, wodurch dieses an Charisma einbüßt.

Die nunmehr siebte Veröffentlichung der Bergischen Löwen bietet mit seinen elf Songs eine Reise durch die altnordische Mythologie. Ragnarök wird genauso thematisiert, wie die drei Nornen und Asgard. Überdies findet Naglfar Erwähnung. Ein Schiff, das aus den Fingernägeln von Verstorbenen gebaut wird und dessen Ablegen die letzte Schlacht einleitet. Und weil in dieser Mythologie im Prinzip alles auf eben diese letzte Schlacht hinaus läuft, dürfen deswegen auch Kampfeshymnen wie etwa „Sieg oder Nidergang“ nicht fehlen.

„Vintar“ ist ein perfekt durchkonstruiertes Release, was aus technischer Sicht keine Wünsche offen lässt. Ein solides Pflichtalbum, was aber leider ohne Überraschungen daher kommt und keine Ecken und Kanten besitzt. Die Texte und Refrains sind eingängig und Bohren sich kompromisslos in den Kopf des Zuhörers. Wer Fan der Band ist, wird deshalb auch mit diesem Album zufrieden sein, an die vorletzte Veröffentlichung „Tenkterra“ (2010) kommt es aus meiner Sicht aber bei Weitem nicht ran.

Scheibeninfos:
Band: Obscurity
Titel: Vintar
Label: Trollzorn Records
VÖ-Datum: 28.11.2014

1. Schicksal der Götter (5:34)
2. Naglfar (4:17)
3. Nebelwelt (4:05)
4. Wodanheim (5:06)
5. Alter Feind (3:44)
6. Vintar (4:29)
7. Dominium (3:48)
8. Alte Zeichen (4:01)
9. Sieg oder Nidergang (3:30)
10. Feld der Ehre (4:36)
11. Legiones Montium (5:59)
Gesamtspielzeit 49:23

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