WOE @ Rockers Hannover 21.11.14

WOELogoIm April diesen Jahres habe ich die vier Jungs aus Göteborg schon einmal live gesehen. Und schon damals hat mich das Quartett weggehauen und das obwohl ich mich in diesem musikalischen Genre eigentlich nur äußerst selten bewege. Ich weiß noch nicht mal, wie genau ich das nennen soll was die Göteborger Jungs ihren Instrumenten entlocken. Irgendwas zwischen Metal und Rock und Roll würde ich sagen. In jedem Fall hat es Eier und wer mittlerweile das eine oder andere Review von mir gelesen hat weiß: Ich scheiße auf Schubladen. Wichtig ist mir, dass die Musik etwas in mir auslöst und mir gefällt.

Gerade sind WOE auf einer exquisiten Clubtour durch Deutschland und die Niederlande mit insgesamt nur vier Gigs unterwegs. Und das sitzen sie also die vier lockeren Schweden, Jonny (Vocals), Ronny (Guitar), Nicke (Bass) und Pompe (Drums). Lachen, genießen das gute deutsche und vor allem günstige Bier und erkennen mich auch gleich wieder. Nach einem kurzen Schnack geht es dann aber auch schon ab auf die Bühne und ich bin gespannt, was sie denn dies mal an Songs dabei haben.

 

Schon nach den ersten Klängen wird mir klar: Der Sound ist einfach Sahne. Wahrscheinlich liegt das – neben der Technik – auch an der kleinen Location, die einen kompromisslos guten Sound ohne Hall oder sonstige Störgeräusche ermöglicht. Alle Instrumente sind klar auszumachen und beschallen gleichberechtigt den Raum. Das Set dauert etwas mehr als eine Stunde und aus meiner Sicht lässt es keine Wünsche offen. Songs wie „Poetical Justice“ bringen Jonny dazu auf der gerade noch ausreichend großen Bühne mit wippenden Knien zu swingen. Schon damals hatte ich eine derartige Choreographie von ihm nicht erwartet, aber auch beim zweiten Mal zaubert sie ein Schmunzeln in mein Gesicht und auch mein Oberkörper hat keine andere Wahl als mit zu wippen.

Insgesamt blasen WOE dem Zuschauer zehn Songs um die Ohren, die fast ausschließlich mit der Bemerkung „It is a good one“ anmoderiert werden. Später entschuldigt sich Jonny dafür aber mit einem Schulterzucken „Sorry, we only have good ones.“
Garniert wird das Set mit zwei abschließenden Zugaben, die von der EP „Fuck your mental health“ stammen. „Crossroads“ ist einer dieser beiden Songs, der nochmal ordentlich Stimmung macht und einen gekonnten Schlusspunkt setzt.
Das ganze Konzert über ist mir eines sehr positiv aufgefallen. Die Jungs gehen keine Kompromisse ein und klingen auf der Bühne zu hundert Prozent so wie auf Ihren Scheiben oder in YouTube-Videos. Keine überkandidelte Postproduction oder sonstige technische Spielereien vermiesen einem das Liveerlebnis oder schmälern sogar den Wiedererkennungswert von Songs. Einfach, ehrlich, mit Eiern und mir haben die vier Jungs mal wieder einen tollen Abend beschert.

Wer auf den Geschmack gekommen ist: Im nächsten Jahr wird es ein von mir mit Freude erwartetes Album geben und Jonny hat es mir in unserem Gespräch nach dem Konzert verraten. „We will be here again next year, Yeah“. Und auch ich versicherte ihm bereits mit einem „Yeah!“, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein werde.

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