Interview mit Postmortem

Postmortem

Splitted.de hat sich mit den Death Trashern von Postmortem für ihre neue Scheibe „The Bowls Of Wrath“ über Freizeit, Arbeit und das recording der Scheibe unterhalten. Was die Jungs zu sagen haben könnt ihr hier nachlesen!

 

 

Bitte stell dich und deine Band in einigen Worten kurz vor.

Tilo: Ich bin Tilo (Bass) und seit 1991 bei POSTMORTEM. Marcus (Gitarre) und Putz (Vocals) sind ebenfalls seit 1991 dabei. Max (Drums) kam 2006 dazu. Die Band POSTMORTEM brauche ich doch wohl nicht groß vorstellen! Oder?

Ihr steht kurz vor dem Release eures neuen Albums „The Bowls Of Wrath“. Wie sah ein Tag im Studio aus?

Tilo: Inzwischen ist das neue Album seit 21.11. in Europa auf dem Markt (außerhalb Europas ist der Release-Date der 02.12. soweit ich weiß).
Im Studio war es diesmal etwas anders als sonst. Jeder von uns hat seinen Part alleine bzw. nur mit unserem Produzenten Marc Wüstenhagen eingespielt und wir haben uns (außer bei den Gesangsaufnahmen) nicht gesehen. Da wir aber vorher schon eine Vorproduktion gemacht hatten, war der grobe Songaufbau klar, und jeder hat bei seinem Instrument versucht das bestmögliche für das Album rauszuholen. Bei den letzten Alben waren wir mehr oder weniger alle im Studio und haben uns gegenseitig das Bier leer getrunken….

Postmortem existiert bereits seit mehr als 20 Jahre und es ist gewiss nicht eure erste Scheibe. Wie läuft das Songwriting bei euch? Verändert sich das mit den Jahren?

Tilo: Ich weiß ja nicht wie weit du informiert bist, aber „The Bowls Of Wrath“ ist inzwischen unser siebentes Album! Zwischendurch hatten wir auch noch einige EP’s und Singles.
Grundsätzlich hat sich das Songwriting in den Jahren nicht groß verändert. Wir schreiben „ganz Retro“ die Songs nach wie vor zusammen im Proberaum. Diesmal war es aber aus Zeitmangel etwas anders. Der Großteil der Songs besteht aus Riffs die alle von uns zuhause ständig sammeln und aufnehmen. Wir haben dann bei der Vorproduktion die vorhandenen Riffs zu Songs zusammengebaut und teilweise noch durch spontane Eingebungen ergänzt.

Die Scheibe habt ihr im Daily Hero Studio aufgenommen, einem bekannten Berliner Studio. Waren das eure ersten Aufnahmen dort?

Tilo: Mittlerweile ist das neue Album das fünfte das wir im Daily Hero aufgenommen haben! Das erste Mal waren wir 2007/2008 bei den Aufnahmen zur „Constant Hate“ dort zugange. Mit Flo und Marc ist es ein sehr gutes und entspanntes Arbeiten und sie haben von Album zu Album immer mehr versucht unseren Wünschen zu entsprechen – was diesmal besonders gut gelungen ist! Ich glaube auch das wir nicht ganz unbeteiligt sind an der jetzigen Bekanntheit des Daily Hero

Death Metal der alten Schule erfreut sich dieser Tage einer neuen Beliebtheit. Was meint ihr woran das liegen könnte?

Tilo: Ich denke das liegt daran dass Death Metal Bands es größtenteils ehrlich meinen mit dem was sie machen und das Publikum merkt das natürlich. Bei den meisten anderen Stilrichtungen gibt und gab es immer wieder mal einen Hype von der Industrie, auf den dann viele Bands (nur wegen der Kohle) versucht haben aufzuspringen. Death Metal war noch nie so richtig Mainstream und die Bands die das trotzdem durchziehen, machen das aus Überzeugung. Auf lange Zeit setzt sich Authentizität durch, da das Publikum merkt was echt ist und was nur Show. Womit ich aber anderen Stilrichtungen das nicht absprechen will, aber da ist der Anteil an „Trittbrettfahrern“ doch höher.

Gerade in den Musikgenres der härteren Musik gibt es selten ein Nachwuchsproblem. Gibt es eine Band in den letzten Jahren die euch nachhaltig überrascht hat oder euch an eure Anfänge errinert?

Tilo: Da gibt es (zum Glück) reichlich gute und sehr gute Bands die nachrücken. Das beste Beispiel haben wir direkt vor unserer Haustür. Unser Drummer Max spielt auch noch bei „First Aid“ (die mit „Nursed“ auch gerade ein neues Album am Start haben). Die Jungs erinnern mich oft an uns selbst vor 15 / 20 Jahren. Bloß das Saufen müssen sie noch üben

Wenn „The Bowls Of Wrath“ released ist, was sind eure Pläne danach? Touren? Urlaub? …

Tilo: Im Moment laufen die Vorbereitungen für die Release-Shows im Dezember. Im Januar werden wir uns eine kleine Auszeit gönnen, um mal die Köpfe frei zu bekommen. Danach geht es im Frühling los das Album auch live zu präsentieren. Etliche Festivals für kommendes Jahr sind schon bestätigt, und eine Tour ist auch noch durchaus möglich …

Das man mit Musik heutzutage eigentlich kein Geld mehr verdienen kann ist allseits bekannt. Wie verdient ihr eure Brötchen ?

Tilo: Also wir kommen da recht gut klar 😉 Einige von uns haben eine eigene Firma und die anderen haben ihre Jobs, wo man aber zeitlich auch recht flexibel ist. Ansonsten wirft die Musik bei uns genug ab, um die Kosten der Band zu decken und unser Bier zu bezahlen…

Eine Band ist eine sehr zeitintensive Angelegenheit. Was macht ihr um mal den Kopf frei zu bekommen oder zu entspannen?

Tilo: Eigentlich ist die Musik für uns die Entspannung! Aber ansonsten ist es wie bei allen anderen. Wir fahren in den Urlaub, wenn wir fertig sind und jeder hat auch noch irgendwelche Hobbys. Also ganz normal.

Any Last Words?

Tilo: Danke für das Interview und hört auch mal in die Vorgänger-Alben von uns rein – die sind kein bisschen schlechter als das neue Album!
Schönen Gruß aus Berlin und Prost!

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