Aphonic Threnody – When Death Comes (Doomentia Records)

Aphonic Threnody - When Death ComesErst rieche ich das nasse Efeu. Dann die feuchte Erde. Langsam steigt mir der Geruch von Verwesung in die Nase. Es wird nasskalt und Nebelschwaden scheinen aus meinen Lautsprechern zu quellen. Es hätte mich nicht gewundert, wenn das tatsächlich so gekommen wäre, denn das erste Full-Length von Aphonic Threnody macht dem Albumtitel „When Death Comes“ alle Ehre. Freude und positive Gedanken haben bei dieser melancholischen Klangdichte jedenfalls keinen Platz mehr.

 

Bemerkenswert ist aber zunächst einmal etwas anderes. Aphonic Threnody ist ein internationales Projekt, das seit 2012 existiert. Sechs Musiker aus sage und schreibe vier Ländern, nämlich UK, Italien, Belgien und Ungarn haben sich zusammengefunden und diese Todeswalze gemeinsam produziert. In meinen Augen zeigt das, wie sehr sich die einzelnen Mitglieder der Musik und Ihrer Band verpflichtet fühlen, denn eines ist sicher. Ein solches Projekt mit derart großen Distanzen zwischen den Musikern erfordert eine gehörige Portion Disziplin, vor der ich ehrfürchtig meinen Hut lüpfe.

So unglaublich es ist, dass diese Zusammenarbeit blendend funktioniert ist aber auch die Scheibe, die zwar nur mit fünf Songs zu Buche schlägt. Das allerdings mit einer Gesamtspielzeit von über einer Stunde. Dass die Jungs es ernst meinen spürt man sofort beim Opener „The Ghost´s Song“. Morbide wälzt sich der Song durch den Raum und berührt sofort. Ein wenig erinnert mich die Stimmung an Veröffentlichungen von Empyrium. Einfache, nachvollziehbare Songstrukturen ohne die Stimmung durch unerwartete Elemente zu zerstören. Einfach direkt ins angenehm-melancholische Herz.

In meinen Augen ein absoluter Hörgenuß, den man sich einfach mal geben muss. Zugegeben, wenn man gerade auf Party gebürstet ist, sicher nicht der richtige Soundtrack. Für nachdenkliche Stunden oder einen langen Winterspaziergang passt er allerdings umso besser. Das beste ist aber, dass das Album zwar eine gedrückte Stimmung erzeugt, einem der letzte Funken Hoffnung (auf was auch immer) aber nicht genommen wird. Das muss man bei über sechzig Minuten Funeral Doom erstmal schaffen – genau das ist Aphonic Threnody mit Ihrem Erstling aber grandios gelungen.

Scheibeninfos:
Band: Aphonic Threnody
Album: When Death Comes
Release: 19.12.2014
Label: Doomentia Records

Trackliste
1. The Ghost´s Song (10:19)
2. Death Obsession (17:27)
3. Dementia (11:27)
4. The Children´s Sleep (12:57)
5. Our Way to the Ground (10:38)

Gesamtspielzeit: 62:48 Minuten

Facebook: https://www.facebook.com/pages/Aphonic-Threnody/527080693991442?fref=ts
Bandcamp: www.aphonicthrenody.bandcamp.com

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