glaston – Sailing Stormy Waters (Selfrelease)

glaston_ssw_coverNicht nachlassender Regen. Du fragst Dich, wo das auf einmal herkommt. Diese Naturgewalt. Unablässig prasseln die Tropfen auf Deinen Regenschirm und von dort auf die Schulterpartie Deiner Jacke. Du bist unterwegs und fragst Dich: Was mache ich eigentlich hier? Ist das der Weg, den ich gehen muss? Erreiche ich so mein Ziel? Pfützen müssen umrundet und Rinnsale übersprungen werden. Schritt für Schritt geht es vorwärts und mit jedem steigt in Dir die Gewissheit, dass das genau das richtige ist. Du nimmst Dir die Beständigkeit des Regens zum Vorbild, ziehst schlingst die Jacke enger um Deinen Hals und gehst weiter. Immer weiter. Denn schlagartig wird Dir klar. Das ist der Weg, der mich an mein Ziel bringt.

Ihr habt keine Ahnung, worum es geht. Ich weiß. Wenn Ihr Euch aber zu diesem Text die EP von glaston anhört, dann wisst Ihr, was ich meine. Durch Zufall habe ich den Schweizer Vierer entdeckt, der sich dem akustischen Postrock verschrieben hat und was soll ich sagen. Wenn mich Musik so berührt, dann muss ich ein Review dazu schreiben. Ob die letzte Veröffentlichung nun in der Zukunft liegt, eine Woche oder ein halbes Jahr her ist. Egal, denn es wäre falsch, Euch eine solche Perle vorzuenthalten.

Im Fall von „Sailing Stormy Waters“ der ersten EP von glaston, ist es übrigens gute sechs Wochen her, seit die Scheibe das Licht der Welt erblickte. Gitarre, Bass, Drums und ein Piano, kein Gesang. Das sind die Zutaten, die mich in einen virtuellen Regenschauer versetzen und mir gleichzeitig die Gewissheit geben, dass auch der schlimmste Regenguss ein Ende haben muss. Es ist schon erstaunlich wie perfekt, diese vier Songs daher kommen. Jeder Ton sitzt. Bevor ein Beat zu hören ist, weiß man bereits, dass genau dort einer hingehört. Und mit einer unerschütterlichen Zuverlässigkeit kommt er dann auch genau in diesem Moment.

Ich kann gar nicht genau sagen, welcher Song mir auf „Sailings Stormy Waters“ am besten gefällt oder welcher am meisten in mir auslöst. Jeder einzelne Song stellt für sich ein hörenswertes Kunstwerk da. Alle Songs zusammen kreieren eine Soundwand, die mir den Atem raubt und mich in andere Sphären katapultiert. Als ob jemand mit dem Finger schnippst und ich in einer anderen Welt wieder aufwache. Wenn Ihr also Bock auf eine spannende Reise habt, kann ich Euch nur wärmstens empfehlen, das Ticket in Form von „Sailing Stormy Waters“ zu lösen. (Geht übrigens für lau auf Bandcamp, die vier von glaston freuen sich aber über jede Unterstützung!) Und noch was! Der Name der Band stammt übrigens tatsächlich von dem Material Glas und dem Ton ab, und soll zerbrechliche Klarheit symbolisieren. Allerdings wird der Name englisch also wie „Glesten“ ausgesprochen.

Scheibeninfos:
Band: glaston
Titel: Sailing Stormy Waters
Label: Selfrelease
Releasedate: 07.11.2014

Trackliste
1. We Travel, Some of Us Forever (4:53)
2. Setting Out (6:16)
3. Sailing Stormy Waters (8:04)
4. Sailing Calm Waters (8:05)

Gesamtspielzeit: 27:18

Homepage: www.glastonmusic.com/
Facebook: www.facebook.com/glastonmusic
Bandcamp: www.glaston.bandcamp.com/

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