Interview Tausend Löwen Unter Feinden

TLUF BAND

Ich habe mich zum Jahresende nochmal mit einer der „Newcomer“ Bands im Hardcoregenre unterhalten. Tausend Löwen Unter Feinden brachten am 05.12.14 ihr Debüt „Licht“ über Let It Burn Records auf den Markt. Die Texte der Jungs stehen seither im Mittelpunkt. Anfang des Jahres gehen sie mit Bane / Comeback Kid / My Iron Lung/ World Eater und Client. auf Tour.

 

1) Bitte stell dich und deine Band in einigen Worten kurz vor.
Hallo, zuerst mal vielen Dank für das Interview. Ich bin Matthias, Sänger der Band. Das Projekt Tausend Löwen unter Feinden haben wir schon recht lange in unseren Köpfen gehabt. Deutsche Texte in Verbindung mit Hardcore Musik war schon lange etwas, was wir auch in unseren früheren Projekten gerne mal gemacht hätten. Zuerst haben wir ein bisschen experimentiert und ein paar Sachen aufgenommen, um zu gucken, wie die Musik mit den Texten zusammen wirkt. Als dann die ersten Songs standen, war uns schnell klar, dass wir das Ganze auch längerfristig durchziehen wollen. Die erste 7 inch haben wir dann direkt aufgenommen und über unser eigenes kleines Label rausgebracht.

2) Am 05.12. kam euer Debüt „Licht“ den Markt. Seit ihr aufgeregt?
Wir freuen uns natürlich sehr darüber, dass die Songs jetzt in Umlauf kommen. Jeder Musiker macht die Musik auf der einen Seite für sich selbst, um seine Kreativität auszuleben. Gedanken und Emotionen werden ausgedrückt und verarbeitet. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schön zu sehen, dass die Songs andere Menschen berühren und die Gedanken weitergetragen werden.

3) Mit Let It Burn habt ihr ein starkes Label an der Seite, wie kam es dazu?
Ich denke, es hat ganz viel mit der Wellenlänge und dem gemeinsamen Verständnis zu tun.
Label und Band finden ihren Weg zueinander über die gleichen Eckpunkte in der Einstellung. Let it burn ist für uns schon immer ein sehr integres Label gewesen, mit dem wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen konnten. Dieses Gefühl dem Label gegenüber hat sich in der jetzigen Zusammenarbeit zu hundert Prozent bestätigt.

4) „Licht“ hat viele gute Kritiken in der Musikpresse erhalten, besonders die Lyrics stehen häufig im Mittelpunkt. Was kommt bei euch zu erst Text oder Musik?
Das ist immer unterschiedlich. Manchmal entsteht zuerst ein Text, der nicht auf ein konkretes Lied geschrieben wird. Irgendwann schreiben wir dann einen Song und plötzlich wird klar, für welchen Text er sein soll. Genauso passiert es aber auch umgekehrt, dass wir einen neuen Song schreiben und ich dann im Nachhinein einen passenden Text dafür schreibe. Wichtig ist, denke ich, der Kreativität da freien Lauf zu lassen und sowohl Text als auch Songstruktur flexibel zu halten, bis letztlich alles zusammen stimmig ist.

5) Euer Name für die Band ist ziemlich ungewöhnlich. Gibt es dazu eine Geschichte?
Der Name ist die Grundidee der Band. Hardcore beschäftigt sich mit der Gesellschaft und mit den Missständen, die unsere Gesellschaft krank machen. Fremdenfeindlichkeit, ökonomische Zwänge, Verschiebungen von Werten und Normen. Die Liste ist lang. Wenn man lange Zeit für eine Sache einsteht, gibt es auch immer wieder Momente des Zweifels. Lohnt es sich überhaupt, für die Sache zu kämpfen? Ändert sich überhaupt irgendetwas? Kann ich etwas bewegen? Wenn man sich in solchen Situationen vor Augen führt, dass es viele Menschen auf der ganzen Welt gibt, die die gleichen Gedanken haben und etwas verändern möchten, dann kann das Kraft geben, den Weg weiter zu gehen. Wir sind nicht allein, wir sind viele.

6) Nach dem „Licht“ nun aus dem Sack ist, wie geht es weiter?
Wir werden 2015 beginnen live Shows zu spielen. Zu Beginn werden wir einige Clubshows verteilt in Deutschland spielen. Im Mai freuen wir uns dann Comeback Kid, Bane und World Eater auf ihrer Tour zu supporten. Parallel schreiben wir natürlich auch neue Songs. 2015 wird ein spannendes Jahr.

7) Das Jahr neigt sich dem Ende, wie verbringt ihr die letzten Wochen?
Wir sind zwar alle keinen großen Weihnachtsfans, aber Zeit mit der Familie zu verbringen ist der gute Kern, der sich in der großen glitzernden Weihnachtskugel verbirgt. Da werden wir alle Kraft tanken, bevor es dann Anfang Januar in die nächste Runde geht.

8) Letzte Worte die ihr den Lesern zukommen lassen möchtet?
In der letzten Zeit höre ich immer wieder Stimmen, die sagen: Die gesellschaftskritischen Texte, die es so im Hardcore gibt, hab ich alle schon mal gehört. Ist alles nichts Neues. Ja, die Musik ist populärer geworden. Ja, es gibt viele Leute, die Hardcore zwei Jahre lang hören und dann doch nicht mehr. Aber ist es deswegen weniger wichtig, gesellschaftskritische Texte zu schreiben? Sind wir selbst in unserer Szene schon so abgestumpft, dass wir langsam resignieren und uns von der dominanten Kultur betäuben lassen? Wir müssen wachsam bleiben und besonders in dieser Zeit unseren Standpunkt laut vertreten. Das was wir heute denken, werden wir morgen sein.

Facebook: https://www.facebook.com/tausendloewenunterfeinden
Homepage: http://tluf.de/
Reviewlink: http://www.splitted.de/2014/11/tausend-loewen-unter-feinden-licht-let-burn records/

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