CODE – Mut (Agonia Records)

code-mut-cover-web-1200pxPost Black Metal aus England. Zumindest ansatzweise hatte ich das vom neuen CODE Album erwartet, das den Namen „Mut“ trägt. Bekommen habe ich etwas völlig anderes. In jedem Fall ein Werk, das sich hören lassen kann.Was genau Ihr mit der neuen CODE Scheibe auf die Ohren bekommen und viel wichtiger, ob es gefällt, erfahrt ihr hier.

Wer sich ein wenig mit CODE auskennt, der weiß, dass schon auf den beiden letzten Alben eine gehörige Portion Progressivität am Start war. Auch klarer Gesang war damals schon ein gern verwendetes Stilmittel, das den Kompositionen Tiefe und Vielschichtigkeit verlieh.
Trotzdem haben es die Briten einmal mehr geschafft, ein überraschendes Werk an den Start zu bringen. Überraschend insofern, weil es so anders klingt als alle bisherigen Veröffentlichungen. Denn, auch wenn sich schon eine Entwicklung in diese Richtung abzeichnete, so konnte man nicht erwarten, dass sich die Wandlung in dieser Geschwindigkeit abspielen wird.

Alles noch nie dagewesen

CODE experimentieren auf „Mut“ mit allem. Nur nicht mit Black Metal. Diese Ära haben die fünf nämlich scheinbar hinter sich gelassen. Und nicht umsonst behauptet die Band selbst, sich von allen Genrekonventionen getrennt und sich von damaligen Beschränkungen befreit zu haben.
Neun Songs haben die fünf aufgenommen und das in experimentierfreudiger Manier. Das Label ordnet die neue Veröffentlichung als Progressive Post Rock ein, wobei mir der Begriff „Post“ ein wenig unpassend scheint. Doch offensichtlich verkaufen sich Veröffentlichungen, deren Genre-Bezeichnung das Wort „Post“ enthalten, gerade wie geschnitten Brot.
Zurück zum Album, das fast ausschließlich auf klaren Gesang setzt. Nur an ganz wenigen Stellen erkennt man, aus welcher musikalischen Ecke CODE eigentlich kommen. Im Song namens „Affliction“ scheint es fast unbeabsichtigt, dass grimmiger Gesang und einige härtere Gitarrenriffs zu hören sind. Der Eindruck entsteht, da dieses Motiv sehr spärlich gesät ist und auch so abrupt endet wie es begonnen hat. Als ob nichts gewesen wäre.

Die Mischung macht es

Billy Talent-Riffs gemischt mit dem Pathos von Serj Tankians Gesang. Interessante Kombination findet Ihr? Finde ich auch und finde ich immer noch. Denn genau das kann man in Song Nummer acht „Numb, an Author“ erleben. Ein Song der durchaus zu überzeugen weiß und einfach mal was erfrischend anderes ist.
Insgesamt ist „Mut“ ein solides, gut produziertes Album, dass ich CODE-Kennern mit der folgenden Warnung ans Herz legen kann: Es ist nicht das drin, was Ihr vielleicht erwartet. Den neugierigen Ohren unter Euch, rate ich, die Scheibe in Ruhe mal an zu testen. Wichtig: In Ruhe, denn für nebenbei ist das neue Album der Briten zu komplex. Wenn man aber erstmal ein Ohr riskiert hat, arrangiert man sich schnell mit den unerwarteten Klängen.

Scheibeninfos:
Band: Code
Titel: Mut
Label: Agonia Records
Releasedate: 27.02.2015

Trackliste:
1. On Blinding Larks (3:22)
2. Undertone (3:37)
3. Dialogue (5:23)
4. Affliction (3:26)
5. Contours (4:17)
6. Inland Sea (4:13)
7. Cocoon (3:23)
8. Numb, an Author (3:26)
9. The Bloom in the Blast (4:36)

Gesamtspielzeit: 35:43
Facebook: www.facebook.com/codeblackmetal

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