Ancient Rites – Laguz (Massacre Records)

Ancient Rites - Laguz 2015Zu Ancient Rites braucht man eigentlich nicht viele Worte zu verlieren. Die Band ist in der Metal Szene bekannt wie ein bunter Hund und mittlerweile seit 1988 (!) aktiv. Der Stil der schon lange aktiven Belgier hingegen ist weniger bunt, denn als Wegbereiter des Black Pagan-Metals bedienen Ancient Rites doch eher dunkle Gemüter.

Lange hat das Quintett nichts von sich hören lassen. Grund genug, das neue Album „Laguz“ mal auf Herz und Nieren zu prüfen.
Die Erwartungen jedenfalls sind hoch. Seit 2006 mit der Veröffentlichung „Rubicon“ haben Ancient Rites nichts von sich hören lassen. Nun sind sie mit „Laguz“ zurück. Auf der neuen Scheibe warten neun Songs darauf entdeckt zu werden.

 Zwölf Jahre zu spät

Beim Intro „Golden Path to Samarkand“ und „Carthago Delenda Est“ ist die Welt noch in Ordnung. Das sind zwar keine Granatensongs, die nicht mehr aus dem Kopf gehen, lassen sich aber dennoch gut hören. Denn verlernt haben Ancient Rites sicherlich nichts. Je mehr Songs man allerdings auf der Scheibe hinter sich gebracht hat desto offensichtlicher wird eines. Der immense und immer künstlicher wirkende Einsatz von Synthesizer-Motiven.
Wäre dieses Album, sagen wir, vor zwölf Jahren erschienen, es wäre sicherlich hart abgefeiert worden. Damals war die Verwendung von Synthesizer-Klängen im Metal noch etwas Neues und Ungewohntes. Das hat sich allerdings in den letzten Jahren deutlich gewandelt und man könnte fast meinen, die fünf Belgier haben die letzten neun Jahre verschlafen.

 Ernüchterung statt Abfeierlaune

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich finde Synthesizer-Einstreuer vollkommen in Ordnung. Auch Soundkulissen im Hintergrund sind vollkommen ok. Man sollte es aus meiner Sicht aber tunlichst vermeiden, damit derart großzügig zu sein.
Wenn man von diesem leider eklatanten Manko aber einmal absieht, dann erkennt man ein perfektes Songwriting. Jeder Ton sitzt, jede Passage hat Ihren berechtigen Platz, selbst der Gesang macht Spaß. All das hilft allerdings nicht dabei, den Hörgenuss zu steigern. Dafür nimmt der Synthesizer leider zu viel akustischen Raum ein und erinnert stellenweise eher an den Soundtrack von Games wie „Age of Empires“ oder „Die Siedler“.

Scheibeninfos:
Band: Ancient Rites
Titel: Laguz
Label: Massacre Records
Releasedate: 20.02.2015

Trackliste:
1. Golden Path to Samarkand (1:47)
2. Carthago Delenda Est (5:29)
3. Under the Sign of Laguz (5:17)
4. Von Gott entfernt (4:57)
5. Apostata (6:07)
6. Leg V Alaudae (5:06)
7. Mind unconquered (4:13)
8. Ombra Sumus (6:00)
9. Frankenland (4:16)
10. Saturn (2:44)
Gesamtspielzeit: 45:56

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