All That Remains- The Order Of Things (Razor & Tie)

All That Remains - The Order Of Things - ArtworkSpätestens seit „This Calling“ kennt der hiesige Metalfan Springfield nicht nur wegen seines gelben, dickbäuchigen, Bier saufenden Einwohners. Vielmehr ist die Gegend bekannt als Geburtsort der angesagtesten Metalcore Tanzkapellen in the USA. All That Remains geben sich die Ehre! Meiner Meinung nach bekam die Band seit je her zu wenig Beachtung von den europäischen Liebhabern dieses Genres.

Rein technisch/musikalisch gibt es kaum eine andere Band die dieses Niveau erreicht. Das mittlerweile siebte Studioalbum der Mannen und Frau, um Frontbrüllwürfel Phil Labonte wird im Vorfeld ziemlich heiß und kontrovers diskutiert. Man munkelt, die ehemalige Riffdampfwalze aus Massachusetts würde ein Album raushauen, was eher den Thron bei Top oft he Pops erklimmt, statt in den Charts diverser Metalmagazine aufzutauchen. Ich persönlich hatte die Hoffnung, dass nach dem er mäßigen „ A War You Cannot Win“ das Gaspedal wieder eher Richtung „are you nuts!?“ ausschlägt. Nach mehrmaligem Hören, wird mir klar, warum sich hier die Lager so krass spalten. Labonte ist alles andere als ein Brüllwürfel. Das klassische Metalcorespielchen gesungener Refrain, gebrüllte Strophe gibt es hier (fast) nicht mehr. Die vorab Single „This Probably Wont End Well“ hatte es angekündigt und nun ist es Gewissheit.
All That Remains setzen so gut wie durchgehend auf Cleangesang, wobei Labonte ja immer schon eher zur Kategorie“ Reibeisen“ gehörte, was dem Ganzen die online casino so oft vermisste Portion „Eier“ verleiht.

Musikalisch ist die Band um jeden Zweifel erhaben, da darf es keine zwei Meinungen geben! Doppelläufe, Solis, Doublebass Maschinengewähr Attacken und das alles so tight, dass man sich fragt: Können die das wirklich?!(Ja können sie, hab´s selbst gesehen!) The Order Of Things hat viele großartige Momente und ich habe das Gefühl so wollte die Band immer klingen. Jedes Rad greift in sich zusammen und ergibt das große Ganze. Trotz der immer noch vorhandenen Härte, finden sich hier wunderschön ausarrangierte Musikleckerbissen, so dass sich bei fast jedem Song Gänsehautmomente finden. Die Scheibe hat unbestritten einen gewissen „Pop Appeal“ , aber immer wenn man denkt: „Alter, jetzt wird’s kitschig!“ ballern Oli Herbert und Mike Martin einem die triolische Apokalypse um die Ohren.

Aus dem Gesamtkunstwerk sticht für mich besonders “Pernicious“ heraus, weil es die Vergangenheit und die Gegenwart der Band perfekt vereint. All That Remains haben sich 2015 gefunden und erobern sich hoffentlich zurecht einen Platz im Modern Metal(core?) Olymp! Meine Stimme haben sie sicher.

Scheibeninfos
Band: All That Remains
Album: The Order Of Things
Label: Razor And Tie
VÖ: 24.02.15

Trackliste

1. This Probably Won“t End Well
2. No Knock [Explicit]
3. Divide
4. The Greatest Generation
5. For You
6. A Reason For Me to Fight
7. Victory Lap
8. Pernicious
9. Bite My Tongue
10. Fiat Empire
11. Tru-Kvlt-Metal
12. Criticism and Self Realization

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Label: http://www.razorandtie.com/