Maze Runner (20th Century Fox)

mazerunnerHeutzutage basiert ja jeder zweite Film auf einem Mehrteiler-Buch, um auch später noch Potential für Fortsetzungen zu haben. In diese Kategorie fällt auch MAZE RUNNER, welches der erste Teil einer Trilogie aus der Feder von James Dashner ist. Erstaunlich viele bekannte Gesichter zeigen sich hier in einer Story, die irgendwo zwischen Herr der Fliegen, Cube, Die Tribute von Panem und anderen, ähnlich gestrickten Filmen liegt. Das Besondere an der Machart des Films ist, dass wir als Zuschauer zunächst genauso unwissend gehalten werden, wie es dem Protagonisten der Geschichte geht.

 Was genau passiert hier gerade? Das fragt sich der jugendliche Mann, der ohne Erinnerung an irgendetwas in einem Fahrstuhl zu sich kommt. Der Fahrstuhl ist in Bewegung, um ihn herum befinden sich Lebensmittel. Die Fahrt endet auf einer Lichtung, wo er schon von mehreren jungen Männern erwartet wird. Zwar versuchen sie, zunächst beruhigend auf ihn einzureden, aber das erste, was ihn erfasst, ist ein Fluchtreflex. Doch schon bald erkennt er die Sinnlosigkeit seines Unterfangens: die Lichtung ist durch riesenhafte Mauern umgeben. Wie sich bald herausstellt, erging es bislang allen auf der Lichtung so, wie Thomas (so heißt der junge Mann): das einzige, wonach sie sich nach einiger Zeit erinnern, ist ihr Name, und was sie auf der Lichtung sollen bzw. wer sie dorthin geschafft hat, das bleibt genauso im Ungewissen wie ihre Vergangenheit. Um die Mauern herum verläuft ein riesiges Labyrinth, das von den sogenannten „Läufern“ bei Tag erforscht wird. Nachts durchstreifen Griewer die Gänge des Labyrinths: monströse, spinnenartige Monster, die diejenigen, die sie erwischen, mit einem Virus infizieren, der die Leute tobsüchtig und unzurechnungsfähig werden lässt. Wer gestochen wurde, der wird verstoßen und kehrt in der Regel nie wieder auf die Lichtung zurück.

Als nach Thomas ein Mädchen aus dem Fahrstuhl emporsteigt, die der Gruppe mitteilt, dass sie die letzte sei, die jemals geschickt werden würde, verbreitet sich Panik und Unwohlsein. Zudem gelingt es Thomas als erstem überhaupt, einen Griewer zu töten. Dadurch erfahren sie, dass es sich hier um Cyborgs handelt, und aus dem Kadaver des getöteten Monsters gelingt es ihnen, einen pulsierenden Gegenstand zu ergattern, mit dem sie zunächst nichts anzufangen wissen. Thomas will sich mit seiner Situation nicht zufrieden geben. Irgendwo muss es einen Ausgang aus dem Labyrinth geben oder zumindest eine Antwort darauf, was die ganze Sache soll…

Die Gruppenordnung wird durch die Ankunft von Thomas gewaltig durcheinander gewirbelt, es gibt jede Menge Konfliktpotential und interne Machtkämpfe. Hier wird (einmal mehr) eine Dystopie gezeigt, in der sich nicht nur die gefangenen Jugendlichen nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen fragen, sondern auch der Zuschauer. Viele dieser Fragen werden in den letzten Minuten des Films aufgeklärt, aber auch nur so weit, wie es das Ziel zulässt, auf den zweiten Teil gespannt zu machen. Was bedeutet das für MAZE RUNNER? Man kann sich bei diesem Film nett berieseln lassen, bekommt satte Action geboten, darf sich aber auch auf spannend ausgearbeitete Figuren freuen. Gleichwohl, der Inhalt des Films beruft sich nahezu ausschließlich auf eine gegebene Ausgangssituation, die sich ein wenig weiter entwickelt, aber keinerlei hintergründige Informationen durchsickern lässt. Klasse besetzt mit Dylan O´Brien, Kaya Scodelario, Will Poulter und Thomas Sangster, bietet der Film vor allem in der Charakterdarstellung einiges, was überzeugt. Um über die inhaltliche Umsetzung ein abschließendes Urteil fällen zu können, ist es wahrscheinlich von Nöten, entweder die Buchreihe zu lesen, oder aber die Fortsetzungsfilme abzuwarten. Wir werden jedenfalls auch dem zweiten Teil von MAZE RUNNER ein Auge widmen, wenn es soweit ist.

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