My Sleeping Karma – Moksha (Napalm Records)

My sleeping karma - Moksha Cover

Moksha, laut Wikipedia heißt das in einigen indischen Religionsrichtungen so viel wie Erlösung oder Befreiung. Ein mehr als passender Titel für das neue Album der Aschaffenburger von My Sleeping Karma. Ich bin zwar nach dem ersten Durchgang noch nicht erleuchtet, aber eine entspannte Sonntagsatmosphäre macht sich allemal breit.

Eier schaukeln und andere Entspannungsmethoden

Klar, man kann sich an einem Sonntag gepflegt die Eier schaukeln. Sollte man auch, denn einfach mal das Tempo raus zu nehmen. Sich seiner bewusst zu werden und sich darüber Gedanken zu machen, ob alles so läuft, wie man sich das wünscht. Ist das, was ich gerade tue, ein Baustein meines großen Lebenspuzzles? Bringt mich das meinem Ziel näher? Vielleicht auch nur über Umwege?
Das sind aus meiner Sicht Gedanken, die man sich von Zeit zu Zeit mal machen sollte. Am besten kann ich abschalten, wenn die entsprechende Musik im Hintergrund läuft und mitschwingt. Schon nach den ersten Klängen war mir klar, „Moksha“ wird eine Scheibe, die sich dazu hervorragend eignet.

Einfaches Songwriting

Warum muss es denn immer Gefrickel sein? Unzählige Motive, die sich wahllos aneinander reihen und in manchen Momenten einfach nur überfordern? Back to the Langsamkeit and Back to the Einfachheit. Das scheinen die Prinzipien des My Sleeping Karma Songwritings zu sein.
Konsequent verfolgen die vier Jungs dieses Konzept und schaffen mit „Moksha“ eine esoterisch meditative Atmosphäre.
„Geh mir weg damit!“ werden einige sicherlich denken. Mit esoterisch meine ich nicht, dass einen gleich der Zwang überkommt, sich mit Ayurveda-Öl die Stirn zu massieren. Damit meine ich, dass sich eine angenehme Entspannung breit macht und „Moksha“ einen ganz eigenen Flow hat, in dessen Bann ich schnell gerate. Warum? Ganz klar. Es liegt an der einfachen Struktur der Songs, die mit wenigen Motiven auskommen und doch nicht langweilig werden.

Gefundenes Instrumental-Fressen

Gleich der erste Song „Prithvi“ trifft voll ins Schwarze und gibt den Ton für die restlichen zehn Songs der Scheibe an. Nach jedem „vollwertigen“ Song folgt übrigens ein Interlude. Abgesehen von „Interlude 1“ kommen mir die übrigen aber nicht als Zwischenstücke vor, denn auch in diesen kleinen Stücken verbergen sich grandiose und relaxende Melodien.
Alles in allem bietet „Moksha“ zwar keine Highlights, punktet aber in jedem Fall durch seine Konsequenz. Das Teil kann man deswegen auch getrost durchlaufen lassen. Störende Ecken, scharfe Kanten, markanten Charakter wird man hier vergeblich suchen. In jedem Fall sollten die Neugierigen unter Euch der Scheibe eine Chance geben, denn es gibt trotz der Schlichtheit eine Menge zu entdecken.

Scheibeninfos:
Band: My Sleeping Karma
Titel: Moshka
Label: Napalm Records
Releasedate: 29.05.2015

Trackliste:
1. Prithvi (6:29)
2. Interlude 1 (2:36)
3. Vayu (5:55)
4. Interlude 2 (1:45)
5. Akasha (6:12)
6. Interlude 3 (1:48)
7. Moksha (9:37)
8. Interlude 4 (2:17)
9. Jalam (8:25)
10. Interlude 5 (2:21)
11. Agni (6:31)

Gesamtspielzeit: 53:56
Homepage: www.mysleepingkarma.com
Facebook: www.facebook.com/MySleepingKarma

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