Inverloch – Distance | Collapsed (Relapse Records)

Inverloch Distance CollapsedNur vier Jahre alt sind die großartigen diSEMBOWELMENT geworden und haben sich bereits vor Äonen – nämlich schon 1993 aufgelöst. In dem nunmehr vergangenen Vierteljahrhundert konnten sich zwei damalige Mitglieder der besagten Death-Doom Metal Kapelle aber offensichtlich nicht so ganz vom damaligen Handwerk trennen. 2011 ging aus diesem Engagement die Band Inverloch hervor, die schon 2012 mit der vielfach gelobten EP Dusk|Subside von sich reden machten. Angespornt durch diesen Erfolg, legen die fünf Australier nun mit dem neuen Full-Length Distance|Collapsed eine Schippe nach. Völlig unvoreingenommen habe ich mir das neue Machwerk einmal zu Gemüte geführt. Lest selbst, was ich dazu zu sagen habe.

Fünf Songs der finstersten Death-Doom Schiene. Der Wahnsinn macht sich breit. Unerträglich träge kriechen die Songs dahin. Besonders The Empyrean Torment malträtiert mich gehörig. Zwölf quälende Minuten des Wartens, wann den endlich was passiert. Natürlich passiert nichts. Das macht aber auch nichts. Denn so eine (Droh)Kulisse muss man erstmal aufbauen. Offensichtlich haben die Jungs in den vergangenen Jahren an Können nichts eingebüßt und bleiben dabei den Wurzeln erfrischend treu.

Vintage, shabby chic und Old School Death-Doom

Ganz klar. Gerade sind neue Dinge, die auf alt getrimmt wurden voll im Trend. Alte Möbel und abgewetzte Klamotten erinnern an alte Zeiten und appellieren an nostalgische Gefühle. Dieser Trend macht auch vor Musik keinen Halt. So jedenfalls erkläre ich mir den derzeitigen Hype um Kapellen der alten Schule. Ganz besonders im Death Doom Bereich, ist das Attribut Oldschool gerade ein fast sicherer Erfolgsgarant.
Viel wichtiger ist aber, dass die Klänge, mit denen ich groß geworden bin, für Metal Neulinge heute etwas völlig Unbekanntes sind. Und so ergibt sich eine günstige Melange aus alten Erinnerungen und frischer Neugierde, die den derzeitigen Erfolg von Oldschool-Kapellen mitbegründet. So jedenfalls meine krude Theorie.

Achtung! Freudentränenreizend!

Als Beweis lässt sich da die neue Scheibe von Inverloch trefflich vorbringen, denn das Teil schlägt definitiv in die richtige Kerbe. Inverloch sind dabei aber alles andere als Vintage unterwegs. Das ist kein neuer Wein in alten Schläuchen, den man da geboten bekommt. Aus meiner Sicht ist das authentischstes Material der alten Schule, bei dem sicherlich nicht nur ich Pippi in den Augen bekommen dürfte.
Kein schnell produzierter Plastikscheiss, sondern ehrliche Handarbeit, die vier Jahre in Anspruch genommen hat. Man darf den Jungs also getrost unterstellen, dass ihnen Erfolg unwichtig ist und es einfach nur um gute Musik geht. Das merke ich jedenfalls sofort und mache mich daran, mir die Scheibe zum vierten Mal in Folge reinzufahren. Dabei ist eines ist. Das war nicht das letzte Mal und dieses Resümee sollte wohl reichen, um Euch zu einem gut begründeten Impulskauf zu verleiten.

Scheibeninfos:
Band: Inverloch
Titel: Distance|Collapsed
Label: Relapse Records
Releasedate: 04. März 2016

Trackliste:
1. Distance Collapsed (in Rubble) (8:39)
2. From the Eventide Pool (6:34)
3. Lucid Delirium (6:13)
4. The Empyrean Torment (11:48)
5 Cataclysm of Lacuna (6:10)
Gesamtspielzeit: 39:24

Facebook: www.facebook.com/InverlochOfficial
Bandcamp: https://inverloch.bandcamp.com

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