Rogash – Malevolence (War Anthem Records)

Rogash MalevolencePompös angetäuscht! Das ist der erste Eindruck, den das gediegen vorgetragene Intro der neuen Rogash Scheibe Malevolence bei mir weckt. Und überhaupt! Die Jenaer Truppe muss sich mit der neuen Langrille tatsächlich nicht in die Ecke stellen. Herrlich fegt einem eine frisch-morbide Brise entgegen, gekonnt durchkomponiert – Malevolence sitzt, vom ersten bis zum letzten Song. Mir jedenfalls sind keine peinlichen Ausreißer aufgefallen. Aber lest selbst, warum sich mein erster Eindruck bei der akustischen Fleischbeschau bestätigt.

Das Intro des neuen Rogash-Albums kann ich mir auch gut für einen actiongeladenen Hollywoodkracher vorstellen. So a la Bourne-Identität. Diese Idee zerbirst aber auch direkt mit dem darauffolgenden Song To the End, der eher einer Dampfwalze gleicht und sich schnaufend durch mein Wohnzimmer pflügt.

Underground adé

Malevolence ist ein würdiger Nachfolger des Debütalbums Supremacy Undone und stellt ein deutliches Lebenszeichen der Jenaer Death Metal Combo dar. Mit dem neuen Album wird nichts mehr so sein, wie es mal war, denn Underground ist mit einer derart starken Scheibe nicht mehr. Schon gar nicht, wenn man den Gassenhauer Refuse/Resist covert und als Schmankerl ans Ende der Scheibe setzt.
Dass die Jungs in der Szene auch wahrgenommen werden wollen, zeigt nicht zuletzt auch die hohe Frequenz von Live-Auftritten. Aus meiner Sicht hat Rogash mit Ihren überzeugenden Songs auch ein großes Potential dafür. Die Jungs haben in den vergangenen Jahren hart gearbeitet, viel gelernt und sollen gerne auch die Lorbeeren ihrer Arbeit ernten.

Frischekur für die muffige Matte

Das neue Album Malevolence pustet Eure staubigen Matten ordentlich durch und sorgt für frische Luft. Ein ballernder Song, folgt auf den nächsten. Allesamt stark komponiert und abgemischt – ohne dabei gekünstelt zu wirken. Authentisch wummert der Bass, die Gitarren sägen sich ordentlich ins Trommelfell und gekonnte Growls umschmeicheln meine Hörmuscheln.
Mein persönliches Highlight der Scheibe, nämlich Song Nummer sechs Dreams and the Flesh, bringt in angenehmen Takt die virtuelle Matte zum Kreisen und lüftet mal ordentlich durch. Für mich in jedem Fall der stärkste Song der Scheibe und ein spannender Hybrid aus altem Hypocrisy-Zeug und aktuellem Deserted Fear-Geballer.
Apropos Deserted Fear. Beim Songwriting von Nightmare könnte man fast meinen, dass die Jungs abgeschrieben haben. Zumindest was die Gitarrenarbeit angeht, kann man beide Combos durchaus verwechseln. Das macht den Song aber nicht schlechter – im Gegenteil, denn: ich stehe nun mal auf den Scheiß. In jedem Fall hört aber man spätestens an dieser Stelle heraus, von wem das Album aufgenommen wurde – nämlich im Eisensound Studio von niemand geringerem als Fabian Hildebrandt – dem Gitarrero von – na?! – Röööchtig, Deserted Fear.

Schlachtet das Sparschwein!

Ihr habt noch genau zwei Tage Zeit um Euer Kleingeld zusammenzukratzen, denn am Freitag ist Anpfiff und Malevolence kann geordert werden. Das solltet Ihr in jedem Fall tun, wenn Ihr mich fragt. Den Support haben die Bengels nämlich mit der starken Scheibe mehr als verdient und bereuen werdet Ihr den Kauf mit Sicherheit nicht.

Scheibeninfos:
Band: Rogash
Titel: Malevolence
Label: War Anthem Records
Releasedate: 26. Februar 2016

Trackliste:
1. Intro (1:26)
2. Tot he End (3:38)
3. Daily Hate (3:33)
4. None Shall Prevail (4:16)
5. Fortunes Fangs (3:31)
6. Dreams and the Flesh (4:25)
7. Feed (1:52)
8. Buried in Oblivion (3:35)
9. Nightmares (3:09)
Gesamtspielzeit: 38:37

Facebook: www.facebook.com/rogashmetal
Bandcamp: rogash.bandcamp.com/releases

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