Glorior Belli – Sundown (The Flock That Welcomes) (Agonia Records)

Glorior Belli_SundownSonne, die zwanzig Grad Marke locker überboten, sich bräunende Laiber in Parks und auf Wiesen. Nicht meine Baustelle, ich hole mir lieber französische Kälte in die Bude.
Glorior Belli sind da mit ihrem neuen Album Sundown (The Flock That Welcomes) auch ziemlich effektiv. und das Album gleicht eher einer Entdeckungsreise. Denn 08/15-Black Metal sucht man hier vergebens. Für mich ist das Album jedenfalls eine überraschende Geschichte und ich freue mich über eine besonders vielschichtige Scheibe, die keine Grenzen zu kennen scheint.

Ui. Was geht denn da? Glorior Belli hatte ich immer nur so im peripheren Blickfeld. Beschäftigt habe ich mich mit den fränzösischen Schwarzwurzlern aber bislang noch nicht. Immer wieder gut, mal was Neues zu hören zu bekommen. Sundown macht da keine Ausnahme und kommt mit einer Black Metal Interpretation daher, die seinesgleichen sucht.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Obwohl die ersten beiden Songs mich dazu verleiten, die Scheibe in die Black Metal-Ecke zu sortieren, so verhindert das spätestens der dritte Song Rebels in Disguise. Da ist nämlich mehr. Der Song groovt nämlich. Groovender Black Metal? Jipp, das tut er und es erinnert mich ein klitzekleines bisschen an Helltrain. Aggressiv und zugleich einen Impuls in den Nacken sendend, der zum Mitnicken animiert.
Gibt es ja öfter. Bands geben sich auf Scheiben einem ungewohnten und den Hörer überraschenden Genre hin. Zunächst dachte ich, dass auch die neue Scheibe von Glorior Belli da keine Ausnahme macht. Aber „Thrall of Illusions“, holla die Waldfee! Geiler Scheiß, wie man heute sagen würde. Der Song macht Laune, treibt rasend durch seine fast neun Minuten und die Gitarrenläufe überzeugen. Schlägt schon irgendwie in die gleiche Kerbe und macht nicht minder Spaß.

Outside the Box

Progressiv macht sich die französische EinMannBand daran, mich für sich zu gewinnen. Die überraschende Herangehensweise an ein vermeintlich fixes Genre, mit scheinbar in Stein gemeißelten Regeln, gefällt mir sehr.
Der Titeltrack Sundown (The Flock That Welcomes) tut dann genau das, was ich eigentlich von dem gesamten Album erwartet hatte. Black Metal. Atmosphärisch finster, schnell, emotionslos kühl. Glorior_Belli_Promo01_2Auch hier merkt man deutlich, dass es sich bei Sundown (The Flock That Welcomes) bereits um das sechste Album handelt. Wie auch immer, das Album kann sich hören lassen und ist definitiv eine Scheibe, die man sich mehrfach anhören sollte. Das geile an dem Teil? Es wird nach hinten raus immer stärker, Black Metal lastiger und treibt mir Freudentränen in die Augen.
In jedem Fall ist es gut, dass Glorior Belli es aus meinem peripheren Blickfeld in den Fokus geschafft haben. Eine Schande, dass das nicht schon früher mal geschehen ist.

Derzeit gibt es das gesamte Album im Stream. Tut euch den Gefallen und drückt den Play-Button. Wer das nicht tut, verpasst was und soll sich hinterher nicht beklagen.

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Scheibeninfos:
Band: Glorior Belli
Titel: Sundwin (The Flock That Welcomes)
Label: Agonia Records
Releasedate: 6. Mai 2015

Trackliste:
1. Lies Strangled Skies (5:41)
2. World So Sporious (6:02)
3. Rebels in Disguise (4:37)
4. Thrall of Illusions (8:41)
5. Sundown (The Flock That Welcomes) (5:07)
6. Satanists Out of Cosmic Jail (5:00)
7. Upheaval in Chaos Waters (5:16)
8. We Whose Glory Was Despised (6:56)
Gesamtspielzeit: 47:20

Facebook: facebook.com/gloriorbelli

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