Vielen Bands wird in der Regel vorgeworfen, wenn sie sich von einem Album zum nächsten nicht einen Deut weiterentwickelt haben. Ich habe selbiges Gefühl bei der neuen BETWEEN THE BURIED AND ME, allerdings würde ich eher von Dankbarkeit reden, als ihnen daraus einen Vorwurf zu machen. Nachdem ‚Colors’ mich dermaßen umgehauen hat, dass ich nicht wusste, wie mir geschieht, waren die Erwartungen an ‚The Great Misdirect’ hoch gesteckt.
BETWEEN THE BURIED AND ME machen genau da weiter, wo sie mit ihrem Vorgänger aufgehört haben. Eine Kreuzung aus technisch anspruchsvollem Deathmetal, progressiv angehaucht und mit Jazz, Pop, und ähnlichem verstrickt, das ist es, was wir von der Band hören wollen, und genau das bekommen wir auch auf die Ohren.
Die Produktion liegt etwa genau auf dem gleichen hohen Level wie schon das letzte Album, herrlich transparent im Sound, sodass man die volle Bandbreite dessen, was hier verzapft wird, zu hören bekommt, von den sanften Tönen bis hin zur vollen Kelle ist hier alles perfekt in Szene gesetzt. Auch gesanglich präsentiert sich die Band auf einem Niveau, das bislang nur im Ansatz erreicht wurde. Toll.
Auch, wenn ‚The Great Misdirect’ uns immer wieder überrascht, ist es doch eingängiger als der Vorgänger. Eingängig aber bitte nicht falsch verstehen: anthrazit ist auch „heller“ als schwarz, aber bei weitem noch keine helle Farbe! Und genau da wären wir auch am Knackpunkt, den uns die Band immer wieder um die Ohren haut: starke Songs, wahnwitzige Ideen, aber bis sich die Lieder im einzelnen im Ohr festgesetzt haben, vergeht der eine oder andere Hördurchlauf. Wer darauf keine Lust hat, sollte schnellstens Abstand von der CD nehmen, allen anderen sei sie wärmstens ans Herz gelegt, denn besser haben BETWEEN THE BURIED AND ME bislang noch nicht geklungen!